15. August 2014 - Es gibt immer mehr Homeschooler in Luxemburg. Nach offiziellen Angaben des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Anfrage 2012 gab es 25 Kinder verschiedenen Alters in Luxemburg, die zuhause unterrichtet wurden. Mittlerweile ist diese Zahl jedoch gestiegen und liegt nach Schätzungen der Verbände eher bei über 50. Genaue Zahlen sind schwer zu bekommen, da das luxemburgische Kultusministerium sehr zurückhaltend mit offiziellen Angaben bleibt.


Die absolute Zahl an Homeschoolern in Luxemburg mag sehr niedrig erscheinen, nur etwa 1 Kind von 10.000 bleibt zuhause und geht nicht zur Schule. In unseren Nachbarländern liegen diese Zahlen zum Teil viel höher. In Frankreich sind es fast 7%, in Belgien ca. 5%, in England etwa 11%. In Deutschland ist Unterricht zu Hause untersagt. Deutschland, Schweden und Kroatien sind die einzigen Länder in Europa, wo Homeschooling nicht möglich ist.
 


Der Grund für die geringe Zahl an Interessierten in Luxemburg mag darin liegen, dass die Behörden sehr zurückhaltend zum Thema informieren. Immer noch glauben viele Luxemburger, dass Unterricht zuhause gar nicht möglich ist, weil die alte Gesetzgebung nur Berufspädagogen gestattete, ihre Kinder daheim zu unterrichten.

Seit dem neuen Gesetz vom 6. Februar 2009 hat sich das jedoch geändert und auch Nichtpädagogen können ihre Kinder selbst unterrichten. (Art. 9. La formation scolaire obligatoire peut également être suivie dans une école privée, une école européenne ou à l’étranger. Elle peut aussi être dispensée à domicile sous les conditions déterminées par la loi.)

Seit 2009 werden also nicht mehr die Erwachsenen geprüft, sondern die Kinder. Solange die Kinder ihren Kompetenzsockel erreichen, bleiben sie vom Schulunterricht freigestellt.
Anders als in den Nachbarländern muss jedoch der offizielle Lehrplan skrupulös eingehalten werden, was eine Bremse für die Homeschooling Community zu sein scheint. Die meisten interessierten Familien möchten nicht den in Jahrzehnten ausgetretenen Trampelpfaden des Luxemburger Schulsystems folgen.
 


Die Gründe für die Entscheidung zu Hause zu unterrichten sind vielfältig. Im Idealfall entscheidet das Kind selbst. Vor allem die Eltern zweifeln jedoch immer mehr an der Qualität des luxemburgischen Schulsystems und suchen nach Alternativen.
 


Der Anfang ist schnell gemacht: Es reicht eine schriftliche Anfrage mit Begründung beim zuständigen Schulinspektor des Bezirks und eine Mitteilung an die Gemeinde. In der Regel wird diese Anfrage vom Schulinspektor nicht verweigert. Er behält sich jedoch das Recht vor, das Kind periodisch, was in der Regel einmal im Jahr ist, auf Erreichen des Kompetenzsockels zu prüfen. Die Eltern brauchen viel Zeit, Herzblut und Engagement, denn zuhause unterrichten ist aufwändig und teuer, da in der Regel ein Elternteil zuhause bleibt, oder beide Eltern Teilzeit arbeiten müssen um ihren Kindern dieses mehr an Bildung zu ermöglichen.


 
Kritiker und vor allem Berufspädagogen monieren, die Sozialisierung der Homeschooler sei gefährdet. Diese Gefahr scheint jedoch gering, da die Vernetzung der zu Hause unterrichtenden Familien dank Internet und sozialen Netzwerken immer besser wird. Sie treffen sich mehrmals pro Woche in kleineren oder größeren Gruppen und immer öfters findet der Heimunterricht nicht zu Hause statt. Auch ist die Quantität der Sozialkontakte nicht entscheidend, sondern die Qualität, heißt es aus Verbandskreisen. Das erstaunlichste für Eltern bei den Treffen ist immer der stressfreie, aggressionslose, stimulierende und sehr harmonische Umgang der Kinder aller Altersstufen untereinander. 


50 Argumente für Homeschooling. 



1. Eltern verbringen mehr Zeit als Familie mit den Kindern wenn diese ausgeruht und frisch sind, anstatt wie wenn sie müde und gereizt aus der Schule kommen.

2. Es kommt nicht zum Kampf, der die Kinder dazu bewegen soll die lästige Fleißarbeit zu erledigen, die sie als Hausaufgaben mit nach Hause bringen.

3. Die Kinder bekommen Zeit um Fachgebiete zu behandeln, die normalerweise nicht in der Schule gelehrt werden. Ein Thema wird gründlicher behandelt.

4. Es erlaubt den Kindern in ihrem eigenen Tempo zu lernen und auf dem ihrer eigenen Entwicklungsstufe angemessenem Niveau zu arbeiten. Fertigkeiten und Konzepte können eingeführt werden wenn der richtige Zeitpunkt für das Kind gekommen ist.

5. Es werden lange ungestörte Zeitspannen zum Schreiben, Lesen, Spielen, Denken oder Arbeiten programmiert, damit das Kind sich auf anspruchsvolle, komplexe Aktivitäten und Denkprozesse einlassen kann.

6. Die Konzentration auf ein Objekt wird gefördert. Dies ist in einem überfüllten Klassenzimmer mit zu vielen Ablenkungen unmöglich.

7. Das Kind wird ermuntert sein eigenes Tempo zu finden. Dies wird in einem Klassenzimmer verhindert, wo der Stundenplan so angelegt ist, dass jedes Kind jederzeit beschäftigt ist.

8. Es wird viel Zeit im Freien verbracht. Dies ist gesünder als wenn sich Kinder in überfüllten und häufig überhitzten Klassenräumen aufhalten.
9. Wer mehr Zeit im Freien verbringt, steht mehr in Verbindung mit dem Wechsel der Jahreszeiten und mit dem oft übersehenen Potential der Natur.

10. Kinder lernen im Haushalt mitzuhelfen und einen Sinn für persönliche Verantwortung zu entwickeln. Kinder lernen Fertigkeiten fürs Leben, beispielsweise auf natürliche Weise Kochen, in dem sie Zeit mit Erwachsenen verbringen, die sich diesen Tätigkeiten widmen.

11. Wenn wir mehr Zeit mit Haushaltspflichten verbringen, stärken wir die Familienbande, weil Menschen sich verbundener fühlen.

12. Es bleibt mehr Zeit für nicht-akademische Aktivitäten wie Kunst oder Musik. Dies führt zu einem reicheren und glücklicheren Leben. Kinder können zu Hause individuelle Ruhepausen einlegen, wann sie es brauchen.

13. Kinder fühlen sich nicht wie passive Empfänger des Lehrstoffes, der für sie ausgewählt wurde. Sie lernen ihre eigene Bildung selbst zu entwerfen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.

14. Kinder erkennen, dass Lernen auf viele verschiedene Weisen stattfindet.

15. Kinder lernen bei vielen unterschiedlichen Quellen Unterstützung einzuholen anstatt sich nur darauf zu verlassen, dass der Lehrer alle Antworten liefert.

16. Ein entspannter weniger hektischer Lebensstil ist möglich wenn Familien sich nicht verpflichtet fühlen die Schule am Nachmittag oder am Wochenende durch außerschulische Aktivitäten zu ergänzen.

17. Fleißarbeit kann vermieden werden.

18. Lernen kann effizienter vonstattengehen, da die eingesetzten Methoden den speziellen Lernfähigkeiten des Kindes angepasst werden. Es fällt zu Hause niemand durch. Nachhilfe wird überflüssig, was Zeit, Nerven und Geld spart.

19. Kinder werden nicht gezwungen in "kooperativen Lerngruppen" zu arbeiten, in denen Kinder sind, die andere Verhaltensweisen an den Tag legen.

20. Kinder lernen, dass das Ziel ihrer Arbeit der innerlichen Entfaltung entspricht und nicht auf irgendeine Belohnung hinsteuert.

21. Kinder werden nicht motiviert den einfachen Weg zu nehmen indem sie gerade genug tun, um den Lehrer zufrieden zu stellen. Sie lernen die Qualität ihrer Arbeit selbst zu beurteilen.

22. Kinder werden bereitwilliger Risiken auf sich nehmen und kreativer sein, weil sie sich keine Sorgen machen müssen, sich vor ihren Mitschülern zu blamieren.

23. Kinder werden selbstsicherer, weil sie nicht ständig die Kritik der Lehrer fürchten müssen.

24. Der Gruppenzwang wird reduziert. Es wird weniger Druck erzeugt schnell erwachsen zu werden in Bezug auf Kleidung, Musik, Sprache und Interesse am anderen Geschlecht.

25. Den Umgang mit anderen entscheidet das Kind selbst und beruht auf gemeinsame Interessen. Freunde können unterschiedlicher sein, nicht nur innerhalb der gleichen Altersgruppe, die zufällig die gleiche Schule besucht.

26. Ausflüge können mit größerer Regelmäßigkeit stattfinden und wesentlich angenehmer und produktiver sein, wenn sie nicht mit einer großen Schulklasse stattfinden. Ausflüge können direkt in den eigenen Studienplan des Kindes eingebunden werden. Der Zeitplan ist flexibel und ermöglicht Reisen außerhalb der Hauptsaison, wenn es günstiger und weniger überlaufen ist. Dies ermöglicht mehr Reisen, die eine wunderbare Lernerfahrung darstellen.

27. Ehrenamtliche Tätigkeiten können in dem regelmäßigen Zeitplan der Familien aufgenommen werden. Gemeinnütziges Arbeiten kann von immenser Bedeutung für die Entwicklung eines Kindes sein und ist eine großartige Lernerfahrung.

28. Kinder geraten weniger in Versuchung ihr Wissen oder ihre Intelligenz mit anderen Kindern zu vergleichen und so ist die Versuchung, dass sie eingebildet werden oder sich minderwertig fühlen, geringer.

29. Religiöse Feste und spezielle Familienfeiertage können geplant und gefeiert werden.

30. Kinder verbringen mehr Zeit mit Menschen (Freunde und Familie), die sie wirklich lieben und die echte Zuneigung für die Kinder empfinden. Kinder haben engere Beziehungen zu Geschwistern und Eltern, da sie mehr Zeit damit verbringen, miteinander zu spielen und zu arbeiten und einander zu helfen.

31. Das Feedback über die Arbeit des Kindes ist unmittelbar und angemessen. Die Kinder brauchen nicht zu warten, bis der Lehrer die Arbeit bewertet und zurückgegeben hat, um herauszufinden, ob sie es verstanden haben.

32. Feedback kann viel sinnvoller sein als angestrichene falsche Antworten oder Benotungen.

33. Prüfungen stellen eine Option dar. Es muss keine Zeit für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitung aufgewendet werden, es sei denn die Eltern und/oder das Kind wünschen dies. Beobachtung und Gespräche finden zu Hause permanent statt und zusätzliche Beurteilungsmethoden sind meist überflüssig. Falls Prüfungen eingesetzt werden, dann dienen sie um Bereiche aufzudecken, in denen weiter gearbeitet werden könnte.

34. Benotung ist normalerweise unnötig und Lernen wird ob seiner selbst als motivierend angesehen. Verständnis und Wissen sind die Belohnung für das Lernen und nicht Noten oder Aufkleber.

35. Kinder können ständig gemäß den Familienwerten geleitet werden und lernen diese, indem sie ihre Eltern im täglichen Leben beobachten und daran teilhaben. Kinder lernen ihre Energie und Zeit für Aktivitäten einzusetzen, die sie für lohnenswert halten.

36. Kinder können etwas über ihre ethnische Herkunft erfahren ohne dabei erniedrigt zu werden. Sie können die Vielfalt der Kulturen im wirklichen Sinne kennenlernen und dies nicht durch ein in den Schulen vorgestelltes multikulturelles Material, in dem andere von einer dominanten kulturellen Perspektive aus dargestellt werden.

37. Kinder lernen nicht sich in eine marode Gesellschaft einzupassen, sondern werden Moral und Liebe mehr schätzen als Status und Geld. Kinder müssen nicht warten bis sie erwachsen sind bevor sie ernsthaft ihren Neigungen nachgehen können. Sie können auf der Stelle beginnen zu leben.
38. Kinder, die auf irgendeine Weise "anders" sind, werden nicht ständigen und gnadenlosen Hänseleien und Verspottung ausgesetzt, die so oft in der Schule vorkommen.

39. Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden ermutigt ihr volles Potenzial auszuschöpfen und werden nicht durch den Einsatz von 0815 Lehrmethoden eingeschränkt, die in Schulen üblich sind.

40. Niedrige Standards oder Erwartungen des Schulpersonals werden die Fähigkeiten des Kindes zu lernen und sich selbst zu übertreffen nicht beeinflussen oder einschränken.

41. Kinder sind sicherer vor Drogen und Kriminalität.

42. Eltern entscheiden, welche Lerninhalte für das Kind von Bedeutung sind und nicht der Staat.

43. Die Familie wird nicht gezwungen während den traditionellen Unterrichtszeiten zu arbeiten, wenn dies nicht dem Tagesablauf und den Schlafgewohnheiten entspricht. ("Schul")Kinder und jüngere Geschwister müssen nicht aus dem Schlaf gerissen werden entgegen ihres natürlichem Schlafverhaltens ohne Beachtung des natürlichen Biorhythmus, denn dies schwächt über längere Zeit das Immunsystem und macht so anfälliger für Krankheiten. Geschwisterkinder müssen nicht aus ihrem Spiel, Babys nicht aus dem Schlaf gerissen werden, um größere Kinder von der Schule abzuholen.

44. Homeschooling ist umweltfreundlicher. Es fallen etliche Kilometer Autofahrten und somit schädliche Abgasausstöße weg, denn meistens ist dann nur noch 1 Familienauto nötig. Es entstehen enorme Geldersparnisse durch den Wegfall des 2. PKW, Benzinkosten und Schulgeld, das für die sinnvolle Bildung der Kinder verwendet werden kann.

45. Kinder werden in der Schule auf eine unnatürliche weltfremde homogene Umgebung sozialisiert anstatt in der Familie mit Jung und Alt aufzuwachsen. Schulische Altersstrukturen finden sich außerhalb der Schule nirgends, weder am Arbeitsplatz noch in anderen Gemeinschaften wie Sportvereine, Musikgruppen und Kirchengemeinden.

46. Kinder werden nicht gezwungen nach dem Prinzip "der Stärkere überlebt" ihren Platz im Klassenverband zu finden. Kinder erleben zu Hause keinen Leistungsdruck. Sie sind frei sich selbst Ziele zu setzen. Lernfreude bleibt erhalten, da praxisnah gelernt werden kann und Wissen schon früh als nützlich wahrgenommen wird. Es wird nicht von Kindern verlangt, dass sie alle 45 Minuten ihr Interesse wechseln, nach dem Prinzip: "Zuerst interessiert Du Dich für Deutsch, in der nächsten Stunde für Englisch,..."

47. Zu Hause sind die Lernbegleiter die Förderer der Kinder gemäß ihrem Potential und sie müssen die Kinder nicht zwangsläufig "lehren".

48. Kinder können sich zu Hause ausleben und müssen nicht mit Medikamenten-Drogen (wie Ritalin) ruhig gestellt werden.

49. Werte können in der Familie vermittelt und geübt werden, damit Höflichkeit, Respekt gegenüber Älteren, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren wieder selbstverständlich werden. Vorbilder sind nicht gleichaltrige genauso unerfahrene Kinder, sondern Eltern/Großeltern in der Familie. Zu Hause können sensible Inhalte wie Fragen zur Sexualität kindgerecht in Art und Weise und Zeitpunkt vermittelt werden.

50. Kinder sind nicht den Zielen eines Bildungssystems unterworfen, das genormte Menschen und Sklaven für die Wirtschaft produzieren soll. Homeschooling Kinder sind freier in der Berufswahl.



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