30. Juli 2014 - Die Bezeichnung INTERSEXUALITÄT bezieht sich auf Menschen, die aufgrund von körperlichen Besonderheiten nicht eindeutig männlich oder weiblich sind. Dieser Begriff deutet darauf hin, dass es ein drittes Geschlecht gibt. Früher redete man über Zwitter oder Hermaphroditen. Der intersexuelle Mensch steht im Gegensatz zum transsexuellen Menschen, der ein eindeutiges biologisches Geschlecht hat, sich aber zu dem anderen Geschlecht hingezogen fühlt und sich so operieren lässt.

Hierbei handelt es sich um den Begriff „Geschlechtsidentität“ und das hat nichts mit Sexualität zu tun. Der Hauptfokus liegt auf der Identität. Die Hauptfrage ist: „ Bin ich ein Mann oder eine Frau“?

Hier möchten wir einige Beispiele aufzählen:


Komplette Androgenresistenz (Complete Androgen Insensitivity Syndrom kurz CAIS genannt) ist die heute wohl die treffendste Bezeichnung für einen genetisch bedingten Rezeptordefekt der Zielzellen für Testosteron sowie einen dadurch bedingten weiblichen Phänotyp und ein weibliches soziales Geschlecht bei männlichem Geschlechtschromosomenmuster.

Hier kommt eine weibliche Person auf die Welt, die sich in der Pubertät nicht zur Frau entwickelt. Diese Person hat männliche Hormone, die nicht an die männlichen Rezeptoren andocken, weil diese defekt sind. Deshalb hat diese Person keine männlichen Merkmale. Weil aber der Mensch aus männlichen und weiblichen Hormonen besteht, so übernehmen die weiblichen Hormone die Überhand und die Person sieht dann weiblich aus. Leider genügen diese Hormone aber nicht um spezifische weibliche Merkmale wie Gebärmutter und Eierstöcke zu erschaffen. Dasselbe gilt für Personen, die genetisch eindeutig weiblich sind und später aufgrund hormoneller Störungen (zum Beispiel durch Umweltgifte bedingt) eine Vermännlichung der äußeren Geschlechtsorgane aufweisen (Androgenitales Syndrom).

Der Begriff „INTERSEXUALITÄT“ weist also nicht auf eine Krankheit hin, sondern auf eine komplexe Situation, die nicht nur eine biologische, sondern auch eine psychische und eine soziale Dimension darstellt und mit juristischen Problemen einhergeht.

Der Begriff DSD (Disorders of Sexual Developpment) wurde im Englischen gebraucht. Heute redet man von Differences of Sexual Developpment. Die Ursachen können unter anderem Umweltgifte, Medikamente, Pflanzenschutzmittel und Derivate aus dem Erdöl sein. Dieser Begriff verhindert, dass wir über eine Krankheit reden und stellt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die psychosoziale Dimension in den Vordergrund.

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben betrifft die administrative Zuordnung des Geschlechts. Was wird in die Geburtsurkunde eingeschrieben? Schulische Probleme wie zum Beispiel in welcher Kabine das Kind sich beim Sport ausziehen soll oder auf welche Toilette es gehen soll stehen auf der Tagesordnung. Im medizinischen Bereich stellt sich die Frage ob und wann das Kind operiert werden soll. Wer entscheidet über das Geschlecht? Soll es ein Junge oder ein Mädchen sein? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn das Kind ein bestimmtes Geschlecht aufgezwungen bekommt und es nicht die richtige Wahl war? Wer entscheidet ob operiert wird…die Eltern, der Arzt oder der Staat? Ist es nicht besser bis zum Erwachsenenalter abzuwarten, damit die betroffene Person selber entscheiden kann? Es muss ja nicht sofort operiert werden, weil es nicht dringend ist, außer einer sozialen Dringlichkeit, weil das Risiko groß ist, dass eine schlecht informierte Gesellschaft mit dem Finger auf das Kind zeigt. Es kommt öfters zu Diskriminierungen, Benachteiligungen und Gewaltakten. Es kommt zu Ausgrenzungen und negativen Erfahrungen mit Tabuisierung des Themas. Es gibt Probleme mit der binären Geschlechtsanwendung durch fehlende Aufklärung und Verwechslung mit der Transsexualität.

Wir bemängeln, dass die intersexuellen Menschen keinen Minderheitsschutz in der Gesellschaft genießen und sie sich deshalb schutzlos fühlen. Diese Leute müssen im Alltag alles tun um ihre Probleme zu verbergen.

Praktisch gesehen ist die ganze Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vom Geschlecht abhängig. Gesetzliche Regelungen, die nur in binären Kategorien (Mann oder Frau) ausgerichtet sind, sind ein Teil der Diskriminierung und die Integration existiert de facto nicht. Der gesellschaftliche Umgang mit der Intersexualität ist vor allem durch eine Nicht-Thematisierung gekennzeichnet und das vermittelt den betroffenen Personen den Eindruck außerhalb der Gesellschaft zu leben. Es bleibt ihnen nur die Möglichkeit sich dem Druck zu beugen, die Normen anzunehmen und sich unterzuordnen.

Forderungen der PID:

Wir erwünschen uns allgemein eine bessere Aufklärung, damit das Thema DSD enttabuisiert wird.

  • Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und eine größere Wahrnehmbarkeit soll die Situation entschärfen.
  • In den Schulen muss dieses Thema mehr erörtert werden und zwar früh im Unterricht.
  • An den Universitäten müssen die Mediziner und die Psychologen besser in dieser Thematik ausgebildet werden. Die Mediziner müssen umdenken und neue Richtlinien müssen festgelegt werden.
  • Kontakt-und Beratungszentren zur Aufklärung und Vernetzung von DSD- Betroffenen müssen ausgebaut und öffentlich finanziert werden.
  • Die Eltern müssen besser beraten werden. Interdisziplinäre Zentren werden hierbei eine führende Rolle spielen. Eine bessere Aufklärung über eventuelle Operationen und ihren Folgen muss gewährleistet sein.
  • Ein Kinderanwalt muss die Interessen des Kindes wahrnehmen.
  • Die Rechtslage soll überdacht werden. Soll das Geschlecht nicht mehr in der Geburtsurkunde aufgezeichnet werden oder soll man die Bezeichnung 3.Geschlecht eintragen oder vielleicht eine Zeitverschiebung mit einplanen?
  • Generell verlangen wir aber ein Operationsverbot bei den Kindern und die Rechtmäßigkeit der Einwilligung seitens der Eltern soll hier in Frage gestellt werden. Falls es zu einer falschen Operation kommt, muss eine finanzielle Unterstützung als Ausgleich, beziehungsweise Anerkennung für das zugefügte Leid, gestattet werden.


Fazit:

Sowohl bei den Betroffenen wie auch bei den behandelnden Medizinern, Eltern und Beratern kommt es zu einer größeren Verantwortung. Jede Entscheidung muss gründlich überlegt werden. Es zählt aber der Grundsatz, dass jede betroffene Person selber entscheiden muss, weil es um ihre Geschlechtszuordnung geht. Wenn durch die körperliche Konstitution keine Geschlechtszuordnung erfolgen kann, dann soll der Betroffene selber entscheiden können. Der leitende ethische Grundsatz basiert auf die Selbstbestimmung. Es gibt keinen Grund um einer DSD-Person die Wahl ihres eigenen Geschlechts zu verweigern. Wenn die betroffene Person weder männlich noch weiblich sein will, muss die Möglichkeit einer anderen Geschlechtszuordnung gewährt bleiben und sie soll von der üblichen Kategorisierung entbunden werden. Auch wenn die Befürchtungen und die Erwartungen der Eltern nachzuvollziehen sind, so fordert aber die Selbstbestimmung, dass bis zum geschlechtlichem Reifeprozess und bis zur Volljährigkeit auf die Operation gewartet werden muss, es sei denn, ein Dringlichkeitsfall stellt sich ein wie zum Beispiel ein Tumor. Hier wäre ein Kinderanwalt sinnvoll.

Zum Abschluss:

Sind INTERSEXUELLE Menschen eine Minorität? Die Ratio ist 1/5000. Eine Minorität sicherlich, aber auch eine Minorität ist ein Puzzlestein in der Gesellschaft und muss dementsprechend behandelt werden.

Buchempfehlungen:

1. Hermes und Aphrodite
Sachbuch in Form eines Romans
(Autor: Jean Colombera)

2. Sklaven und Opfer
(Autor: Jean Colombera)



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