12. April 2014

Ein Schlaganfall verändert das Leben eines jeden Betroffenen, oft unwiederbringlich. Und es kann jeden treffen, quasi in jedem Lebensabschnitt. Neben diesem, für ein Individuum, persönlichen Schicksalsschlag, gibt es Impakte und Auswirkungen auf Familien, Freundeskreise, auf den Arbeitsplatz, das Leben in der Gesellschaft eines Menschen schlechthin. Nicht zu sprechen von den finanziellen und ökonomischen Konsequenzen einer solchen Langzeit-Krankheit. Deshalb ist die Prävention des Schlaganfalls wichtig. Aber auch die bestmögliche Versorgung für all jene welche von diesem Schicksal betroffen sind.

Aber sind die Prävention und die Versorgung von Schlaganfällen hierzulande wirklich optimal?

Vieles deutet darauf hin dass es noch einiges Optimierungspotential gibt.

So stellt sich die Frage wieso es scheinbar im CH Kirchberg (Hôpitaux Robert Schuman) noch keine spezialisierte Stroke-Unit gibt so wie dies im CHEM, im CHL und im CHdN seit einiger Zeit Standard ist?

Was geschieht beispielsweise wenn während des Notfalldienstes der vom CH Kirchberg oder der Zithaklinik an bestimmten Tagen der Woche betrieben wird, eine Person mit Symptomen von Schlaganfall hospitalisiert werden muss? Wie viel Zeit wird geopfert, geht unnötigerweise verloren bis diese Person in einer Stroke-Unit des Landes betreut wird? Dabei ist gewusst: Vergeht zu viel Zeit (mehr als 3 Stunden) kann bei ischämischem Schlaganfall, der aufgrund von Blutgerinnsel entstanden ist, eine Auflösung durch Injektion von Urease oder ähnlichen Medikamenten keinen Effekt mehr haben. Damit wäre in einem solchen Fall das sogenannte medizinische „window of opportunity“ verpasst worden weil in der Organisation des Notfalldienstes zu viel Zeit durch zu lange Wege oder gar durch Ineffizienzen verloren werden.

Wie steht es mit der Ausrüstung von (Samu-) Ambulanzen mit mobilen Untersuchungsgeräten, mit der Möglichkeit gewisse Parameter und Untersuchungswerte aus der Ambulanz in ein „Stroke Unit Zentrum“ zu übersenden damit bei Eintreffen des vermeintlichen Schlaganfallopfers zeitnah alle notwendigen und erfolgversprechenden therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen zum Wohle des Patienten getroffen werden können.

Wo sind wir in unserem Lande in Sachen Innovation und Qualitätssicherung aber vor allem evidenz-basierter Versorgung bei Schlaganfall angekommen. Auf diese spannende Frage könnte die vom CRP-Santé angefertigte Studie Antwort geben, falls sie denn vollumfänglich einem interessierten Publikum zugänglich gemacht würde. Bis konkretere Schritte möglich sind, wünscht die PID über diesen Weg eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu erreichen, aber vor allem die politisch Verantwortlichen aus der Reserve zu locken um die derzeitige, vermeintlich nicht zufriedenstellende Situation zu hinterfragen und geeignete Maßnahmen in die Wege leiten zu lassen, damit es im Interesse der betroffenen Patienten und ihrer Familien zu besseren Resultaten bei der Prävention, Behandlung und Nachsorge von Schlaganfällen kommen kann.

Denn kostspielige Studien anzustellen (siehe CRP-Santé AVC Untersuchung) oder Poster zum Thema „Schlaganfall“ anfertigen zu lassen, die dann Wände von Wartesälen abschmücken helfen sollen, sind ja wohl nicht zielführend und schlussendlich Erfolg versprechend, wenn es konkret und ausschließlich darum geht optimale Resultate in der Prävention, Versorgung, und Nachbehandlung einer folgenschweren Erkrankung wie dem Schlaganfall zu erzielen.

 

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