05. November 2013
In den Koalitionsverhandlungen jenseits der Mosel werden derzeit und basierend auf Informationen aus deutschen Presseberichten die Fragen zur Zukunft der Pflegeversicherung diskutiert.
Und es wird offensichtlich, dass dort in Deutschland, genau wie hierzulande, das Pflegesystem an einem Scheidepunkt angekommen ist.
Der demographische Wandel spielt mittlerweilen seinen ganzen Effekt aus, die Zahl der zu Pflegenden steigt, die Pfleger sowohl die professionellen als auch jene aus dem familiären Einzugsbereich werden immer weniger derweil die Pflegekosten explodieren.
In Deutschland wird heuer auf eine lineare Lösung gesetzt und zwar auf eine Erhöhung des Pflegebeitrags sprich die monatliche Abgabe unter anderem der Arbeitnehmer an die Pflegeversicherung. Es wird demnach eher einfaltslos an der Steuerschraube gedreht.
Nun müsste man eigentlich von der (zukünftigen) Luxemburger Regierung erwarten, dass sie angesichts der gleichen Herausforderungen im Pflegesektors etwas differenziertere und langfristig ausgelegte, also vorallem strategisch angepasste Lösungsmuster finden würde und die wären nach Meinung der PID:
1. Refokussierung der Gesundheitsversorgung, wo nur medzinisch einwandfrei möglich, aus dem kostentreibenden Akutbereich zurück in den Erstversorgungssektor.
2. Bessere Versorgung der medizinischen Versorgung an der Basis, also in den Praxen der Allgemeinärzte, sowie komplementär dazu bei den Dienstleistern die im sogenannten Primary Care Bereich tätig sind.
3. Progressive Umverteilung der Budgets für die medizinische Grundversorgung von älteren Menschen mit Langzeitleiden aus dem Akutbereich in den Bereich der Erstversorgung.
4. Finanzielle und karrierebasierte Förder- und Anreizprogramme einrichten um Mediziner aus dem Akutbereich / Klinikwesen (hierzulande 60% aller Ärzte die in unserem Gesundheitswesen tätig sind) in den Primary Care Bereich anzusiedeln (um dort spezialisierte Allgemeinmedizin zu betreiben und mit dazu beizutragen unnötige und traumatisierende Hospitalisationen zu vermeiden und gleichzeitig Kosten einzusparen).
5. Durch diese Strategie Geldmittel freisetzen, die dann dazu beitragen können zu vermeiden den Pflegesatz hierzulande erhöhen zu müssen und die Steuerlast damit gleichbleibend zu belassen.
Die PID setzt in der Gesundheitsversorgung dieses Landes auf holistische, integrierte und patientenzentrierte Ansätze und wird sich in Zukunft jedes Mal in der Presse und in der Öffentlichkeit zurückmelden wenn es darum geht im Rahmen von anstehenden Reformvorhaben, sei es bei der Neuformulierung der Patientenrechte, einer weiteren Reform der Gesundheitsversorgung oder aber eben auch der unabwendbaren Anpassung des Finanzierungsmodells der Pflegeversicherung, die wirklichen medizinischen und Gesundheitsbedürfnisse des Menschen dieses Landes zu artikulieren und zu verteidigen.
Gesellschaft für präventive Medizin
Die ALMP ist das Kürzel für Association luxembourgeoise des méthodes préventives.
Gesellschaft für die Cannabis-Behandlung in der Medizin
Am 14. Juni 2010 gründete Dr. Jean Colombera die Gesellschaft UFCM.
Als Partei ist es auch wichtig sich in der Praxis für minderbemittelte Leute einzusetzen und nicht nur mit leeren Versprechen auf Stimmenfang zu gehen.