22. November 2013
Antibiotika – Abusus, wohin das Auge reicht?
Beim europäischen Antibiotikatag (18.November 2013) gab es keine marktschreierische Pressekonferenz über vermeintliche herausragende Leistungen der politischen Verantwortlichen des Gesundheitswesens.
http://ecdc.europa.eu/de/EAAD/Pages/Home.aspx/
Diese Medikation wird in Zukunft noch zu einem Problem erster Güte avancieren wenn nicht auf allen Ebenen fortan konsequent gehandelt wird um eine umsichtige Anwendung und einen angemessenen Einsatz von Antbiotika anzumahnen.
Die Rede ist denn auch konkret von der unsachgemässen Verschreibung, Einnahme oder Verabreichung von Antibiotika in unserem Gesundheitswesen. Die Lage ist ernst, wenn sie nicht gar schon als dramatisch bezeichnet werden muss.
Eine Veröffentlichung im ‘Journal of Antimicrobial Chemotherapy” aus dem Jahre 2011 (Ausgabe 66 Suppl 6 vi71-vi77) mit dem Titel “European Surveillance of Antimicrobial Consumption (ESAC): quality appraisal of antibiotic use in Europe” zeigt auf, wie insbesondere in Luxemburg die übertriebene Verwendung von Antibiotika uns in den verschiedenen Graphiken hochgradig im roten Bereich evoluieren lässt.
Aber nicht nur in der medizinischen Versorgung wird mit der Verwendung von Antibiotika Schindluder betrieben, auch in der internationalen, industriellen Viehzucht ist die Gabe von Antibiotika gang und gäbe, wie noch kürzlich ein Spiegel Bericht ‘über resistente Keime in Hähnchen’ beschrieb. Und immer mit dem äusserst bedenklichen Effekt, dass graduierlich resistente Keime erwachsen, die dann nicht mehr auf Antibiotika ansprechen, zu Entzündungserkrankungen beim Menschen führen, die in bestimmten Fällen dann unausweichlich zum Tode durch unkontrollierbare Infektionen führen.
Das sehr schlechte Abschneiden unseres nationalen Gesundheitswesens bei der Praxis der Vergabe von Antibiotika – im europäischen Vergleich – wirft eine ganze Reihe Fragen auf.
a. Beruht die Anwendung von Antbiotika in unserem Gesundheitswesen wirklich auf evidenz-basierten Protokollen?
b. Welche Rolle spielen die Ärzte, die Kliniken, die Patienten, die Pharmaindustrie bei der Generierung solcher abartiger und furchteinfliessenden Zahlen, die letztlich auf ein großes Malaise hinweisen?
c. Wie kann etwas an dieser Grundhaltung geändert werden? Wer übernimmt wann die Verantwortung und wer wird aktiv im Kampf gegen diese wirklich krankhafte “Kultur” in unserem Gesundheitswesen?
d. Weist der Umstand, dass die Verschreibung von Antibiotika so abweichend ist im Vergleich zu anderen, erwiesenermassen guten bis sehr guten Gesundheitswesen in Europa daraufhin (siehe anglosächsische und skandinavische Länder in der im vorangehenden erwähnten Veröffentlichung), dass die Qualität der Versorgung in unserem Land nicht überall ‘top’ ist?
Es ist auf alle Fälle offensichtlich geworden, dass mit der politischen Praxis des letzten Jahrzehnts, die darin bestand Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen zu generieren, beispielsweise mit der Veröffentlichung von gutgemeinten Flyers und Plakaten, und medienträchtigen Pressekonferenzen das Problem wohl nicht in den Griff zu bekommen ist. Und die Außerparlamentarische PID Opposition (APO) meint dazu, dass es mehr denn je gilt dieses Problem an der Wurzel anzupacken. Denn Luxemburg und sein liberales Gesundheitssystem sind mittlerweilen an 3. Position der Sündersysteme bei der Verordnung von Antibiotika. Es bedarf heute, und mehr denn je des politischen Willens wegen geeignete Maßnahmen zu ergreifen und diese umzusetzen.
Dem neuen Gesundheitsminister (m/f) rufen wir demnach erwartungsvoll entgegen: “Just do it!”
Gesellschaft für präventive Medizin
Die ALMP ist das Kürzel für Association luxembourgeoise des méthodes préventives.
Gesellschaft für die Cannabis-Behandlung in der Medizin
Am 14. Juni 2010 gründete Dr. Jean Colombera die Gesellschaft UFCM.
Als Partei ist es auch wichtig sich in der Praxis für minderbemittelte Leute einzusetzen und nicht nur mit leeren Versprechen auf Stimmenfang zu gehen.