Interview der Famill.lu mit Marco Stors Präsident des PID-OSTEN

Famill.lu: Was ist das bedingungslose Grundeinkommen?

Marco Stors: Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos jedem ihrer Mitglieder gewährt. Es soll:

  • die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
  • einen individuellen Rechtsanspruch darstellen sowie
  • ohne Bedürftigkeitsprüfung und
  • ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen, garantiert werden.



Schon vor 212 Jahren forderte Thomas Paine in seiner Schrift „Agrarian Justice“ ein Grundeinkommen.

Er begründete das so: Alle Menschen sind von Geburt gleich, und die Erde ernährt alle.

Wenn ein Mensch geboren wird, hat er das Anrecht auf ein Stück Land, das ihn ernähren kann.

Wenn aber alles Land schon aufgeteilt ist unter wenigen, die meinen, das sei ihr Eigentum, dann muss ein Ausgleich geschaffen werden.

Dieser Ausgleich ist ein Grundeinkommen für diejenigen, die kein eigenes Land mehr haben und sich deshalb nicht selbst versorgen können.

Famill.lu: Was könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen bewirken für die Familie und das Wohl der Kinder?

Marco Stors: Das BGE führt zu einer harmonischeren Beziehung der Familie oder Partnerschaft, weil die negativen Konsequenzen der Abhängigkeit von einer Erwerbsarbeit als Existenzgrundlage, wie finanzielle Sorgen, Überforderung, Gereiztheit, Doppelbelastung durch Beruf und Erziehung vermieden werden.

Das BGE würde auf viele Menschen befreiend wirken, auch in der Familie oder einer Partnerschaft. So kann das BGE den Menschen die Existenzängste nehmen und ihnen erlauben sich auf das zu konzentrieren, was für sie im Leben wichtig ist. 

Ein BGE gibt den Menschen die Freiheit, sich wirklich entscheiden zu können, wie sie Familie und Beruf miteinander in Einklang bringen, ohne Bevormundung vom Staat.

Das BGE schafft nicht die Arbeit ab, sondern es erweitert den Begriff der Arbeit auf viele freiwillige Leistungen, die heute nicht anerkannt werden als Beitrag zur Gesellschaft und trotzdem wertvoll sind, manchmal sogar wertvoller als manche traditionelle Erwerbsarbeit. Der Staat drängt immer mehr Eltern durch Erpressung mit der Existenzgrundlage dazu, dass beide Elternteile einer Erwerbsarbeit nachgehen müssen und die Kindererziehung dem Staat überlassen, mit allen negativen (psychischen) Konsequenzen die dies für das Wohlergehen der Kinder hat.

Geht es dem Staat wirklich um das Wohl der Kinder oder geht es ihm um mehr Einnahmen durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, um zu verhindern, dass die Kosten für Sozialleistungen nicht explodieren?

Wenn der Staat es sich zum Ziel macht die Kinder immer früher darauf zu konditionieren, dass sie auf Teufel-komm-raus einer Erwerbsarbeit nachgehen müssen, dann hat das aber rein gar nichts mehr mit dem Kindeswohl zu tun, sondern die Kinder werden zu Objekten der Massenhaltung.

Das BGE ist eine Demokratiepauschale.

Wenn der Blick auf Geld an Bedeutung verliert, dann können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Unseren „Return of Invest“ können wir dann in den Augen von glücklichen Kindern sehen…

Das BGE führt zu einer Blüte an Initiativen, da jeder schon eine gesicherte Existenzgrundlage hat und das existenzielle Risiko viel geringer ist sich selbstständig zu machen anstatt zu warten vom Arbeitsmarkt „gekauft“ zu werden.

Famill.lu: Könnte das bedingungslose Grundeinkommen dazu beitragen, dass es weniger Kriminalität geben würde?

Marco Stors: Natürlich würde die Kriminalität abnehmen, denn die Menschen bräuchten nicht zu stehlen um ihre Existenzgrundlage zu sichern.

Auch andere Straftaten würden geringer sein wegen einer allgemeinen Steigerung der Zufriedenheit und einem gesteigerten Selbstwertgefühl des Individuums in der Gesellschaft.

« zurück zur Übersicht



Weitere Artikel

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15


2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15



Winds of Change

Neue Wege ...


Winds of Change

... in vielen Bereichen der Politik und Wirtschaft

mehr »

ALMP / UFCM / Soli-Ecke

ALMP

ALMP

Gesellschaft für präventive Medizin
Die ALMP ist das Kürzel für Association luxembourgeoise des méthodes préventives.

mehr zu ALMP »


zur Website der ALMP


UFCM

UFCM

Gesellschaft für die Cannabis-Behandlung in der Medizin
Am 14. Juni 2010 gründete Dr. Jean Colombera die Gesellschaft UFCM.

mehr zu UFCM »


zur Website der UFCM


Solidaritätsecke

Als Partei ist es auch wichtig sich in der Praxis für minderbemittelte Leute einzusetzen und nicht nur mit leeren Versprechen auf Stimmenfang zu gehen.

Solidaritätsecke »

APPAAL

Association des parents de personnes atteintes d′autisme de Luxembourg

Association des Parents de Personnes Atteintes d′Autisme de Luxembourg a.s.b.l.

mehr »

AEGIS

AEGIS LUXEMBURG Aktives eigenes gesundes Immun-System

AEGIS Luxemburg, die einzige Vereinigung, die kritisch über Impfungen berichtet.

mehr »

Quicklinks